Die Hubschrauberrettung ist ein essenzieller Bestandteil der Notfallversorgung, insbesondere in schwer zugänglichen Gebieten. Für Laienhelfer ist es entscheidend, die grundlegenden Abläufe und Sicherheitsmaßnahmen zu verstehen, um Rettungseinsätze sicher zu gestalten. Dieser Artikel vermittelt praxisnahe Hinweise zum richtigen Verhalten während einer Hubschrauberrettung.
Notruf und Kommunikation
Die meisten Notrufe, die ein Leitstellendisponent in Deutschland entgegennimmt, betreffen Notfälle im urbanen Raum. Daher verfügen nur wenige Disponenten über Erfahrung mit Outdoor-Notfällen. Falls es aufgrund deiner Geländekenntnis vor Ort sinnvoll erscheint, einen Hubschrauber zur Rettung anzufordern, gib dies beim Notruf an. Frage immer nach, ob ein Hubschrauber zum Notfallort geschickt wird, um dich entsprechend vorbereiten zu können. Bereits beim Absetzen des Notrufs sollten die mobilen Daten am Handy aktiviert sein. Damit die Hubschrauberbesatzung deinen genauen Standort über Dienstleister wie rescuetrack bestimmen kann, muss eine SMS bestätigt werden.
Landebedingungen für Rettungshubschrauber
Ein Rettungshubschrauber benötigt tagsüber mindestens 25 x 25 Meter Platz zum Landen, nachts 50 x 50 Meter. Die DRF Luftrettung ist rund um die Uhr im Einsatz und kann auch unbeleuchtete Einsatzstellen anfliegen. ADAC-Rettungshubschrauber haben derzeit deutlich weniger Nachtflugeinsätze. Durch technologische Weiterentwicklungen und zunehmende Erfahrung werden Einsätze unter schlechten Sichtbedingungen, etwa bei Nebel oder Dunkelheit, immer häufiger ermöglicht. Eine Rettung per Winde in der Nacht ist derzeit nur sehr eingeschränkt zulässig.
Um einen Landeplatz vorzubereiten, müssen alle losen Gegenstände entfernt oder gesichert werden, da sie durch den Downwash (Luftverwirbelung durch die Rotorblätter) zur Gefahr für Crew und Maschine werden können. Zum Schutz vor herumfliegendem Sand oder kleinen Steinen empfiehlt sich das Tragen einer Schutz- oder Sonnenbrille.
Nach Ankunft des Hubschraubers beginnt die Lokalisation auf Sicht. Besonders an beliebten Outdoor-Zielen sind oft viele Menschen unterwegs, weshalb es wichtig ist, sich deutlich bemerkbar zu machen.
Y-Position (beide Arme nach oben gestreckt): Signalisiert „Yes, ich brauche Hilfe!“
N-Position (ein Arm nach schräg oben, der andere nach schräg unten): Bedeutet „No, ich brauche keine Hilfe!“


Um auf größere Distanz auf sich aufmerksam zu machen, trägst du am besten auffällig rote, orange oder gelbe Kleidung. Ein Warnweste oder Drückjagdjacke sind ideal. Eine Rettungsdecke an einem Stock geschwenkt, erhöht die Sichtbarkeit auf größere Distanzen erheblich.

Um durch eine Lücke im Kronendach des Waldes auf sich aufmerksam zu machen, kann eine Rettungsdecke mit der Stirnlampe angestrahlt und so als Signalspiegel verwendet werden.
Ein Rettungshubschrauber landet immer gegen den Wind, um die Stabilität zu gewährleisten. Zum Einweisen sollte man sich in Y-Position mit dem Rücken zum Wind aufstellen, während sich die Landefläche vor einem befindet. Da der Wind in der Höhe oft anders weht als am Boden, kann es für den Piloten hilfreich sein, wenn man einen Stock mit einem befestigten Flatterband, Schal oder Stoffstreifen hochhält, um die Windverhältnisse sichtbar zu machen. Vor dem Landeanflug muss diese Fahne jedoch aus Sicherheitsgründen entfernt werden. Am besten stellst du darauf. Während der Landung behält man Sichtkontakt mit dem Piloten, der in Flugrichtung rechts sitzt. Sobald der Hubschrauber tiefer kommt, sollte man sich mit einem Knie in Y-Position abknien, um nicht vom Downwash umgeworfen zu werden. Auch wenn die Landung beängstigend wirken kann, sollte man nicht weggehen, da der Pilot – insbesondere bei schlechter Sicht – den Einweiser als Referenzpunkt nutzt. Ab fünf Metern Höhe beginnt man, die Arme langsam seitlich am Körper zu senken, und kurz vor der Landung werden sie vor der Brust verschränkt.
Annäherung an den Hubschrauber
In der Regel näherst du dich nicht eigenständig dem Hubschrauber – das Rettungspersonal steigt aus und kommt zum Verletzten! Falls es dennoch notwendig wird, sich einem Hubschrauber zu nähern, ist äußerste Vorsicht geboten. Die Annäherung darf niemals von hinten erfolgen, da der Heckrotor äußerst gefährlich ist. Der sicherste Weg führt stets von vorne mit Blickkontakt zum Piloten. In Hanglagen ist besondere Achtsamkeit erforderlich, da sich die Rotorblätter auf der Bergseite näher am Boden befinden. Hier ist es wichtig, den Kopf einzuziehen, um nicht versehentlich in den Gefahrenbereich zu geraten.


Windenrettung
Falls eine Landung nicht möglich ist, verfügen viele Rettungshubschrauber über eine Winde mit einem 90 Meter langen Seil, um Personen oder Material zu retten. In bewaldetem Gebiet reicht eine Lücke im Kronendach von mindestens 3 x 3 Metern, um eine Windenrettung zu ermöglichen. Allerdings ist stets Vorsicht geboten, da Totholz in Bäumen durch den starken Downwash abbrechen kann und somit eine erhebliche Gefahr darstellt.
Ein wichtiger Sicherheitsaspekt bei der Windenrettung ist der Potenzialausgleich, um Stromschläge zu vermeiden. Am Windenhaken ist eine Antistatikleine befestigt, die zuerst den Boden berühren muss, bevor sie angefasst wird. Erst dann kann der Helfer oder das Rettungsteam den Haken oder das Material berühren.
Hubschrauberstandorte
In Deutschland gibt es verschiedene Rettungsorganisationen, die in die Luftrettung eingebunden sind. Eine Übersicht aller Hubschrauberstandorte findest du hier: Hubschrauber-Standorte. Weitere Informationen zur Luftrettung bietet die DRF Luftrettung und der ADAC.
Fazit
Die Hubschrauberrettung kann Leben retten, erfordert jedoch klare Abläufe und Sicherheitsvorkehrungen. Laienhelfer sollten sich mit den Grundregeln vertraut machen, um die Rettungsteams bestmöglich zu unterstützen und Risiken zu minimieren.