Klimasensible Erkrankungen

In einer Studie einer großen deutschen Krankenversicherung wurden Daten im Zeitraum von 2010 bis 2019 zu klimasensiblen Erkrankungen ausgewertet. Dabei konnte ein deutlicher Anstieg von Hitzeschäden, Borreliose und Hautkrebs festgesellt werden. Bei diesen Erkrankungen handelt es sich um typische Störungen, die wir aus der Wildnis-Medizin kennen.

Dem Mensch gelang es durch Flexibilität, Handwerk und Anpassung in Teilen der Erde mit ganz unterschiedlichen klimatischen Bedingungen Fuß zu fassen und Kulturen aufzubauen. Dabei eignete er sich auch Kompetenzen an, mit den vor Ort herrschenden klimatischen Bedingungen zurechtzukommen. Zeiten der Krise fordern uns in dieser Anpassungsfähigkeit und Flexibilität heraus. Die Ergebnisse der genannten Studie zeigen eindrucksvoll, dass eine Anpassung an die neuen Bedingungen des Klimawandelns in Bezug auf die persönliche Gesundheit bisher nicht gelungen ist. Dabei kann Wissen um diese Störungen Leben retten.

In Regionen mit dauerhaft heißerem Klima ist der Gesundheitsschutz vor Hitzeschäden Teil der Kultur geworden. Der luftige Baustil von Häusern, Siesta zur größten Mittagshitze und lange lockere Baumwollkleidung helfen, einen kühlen Kopf zu bewahren. Hier können wir uns einiges für die Zukunft abschauen. Zum Beispiel sind Schatten und lange Kleidung ein deutlich besserer Schutz als Sonnencreme. Von dieser gehen falsche Versprechen aus.

Der Lichtschutzfaktor bezieht sich auf die Hautrötung im Verhältnis zur Dauer der Sonnenbestrahlung. Sonnencreme schützt also eine gewisse Zeit gegen Sonnenbrand. Über das Hautkrebsrisiko sagt dies jedoch nichts aus. Das Risiko kann sogar ansteigen, indem man sich eingecremt „sicher“ fühlt und sich so länger der UV-Strahlung aussetzt. Gleichzeitig ist Sonnenlicht wichtig für die Bildung von Vitamin D. Sich nur noch im Schatten aufzuhalten, ist also auch keine Lösung. Vielmehr geht es darum, sich und seinen Körper kennenzulernen und ein gesundes Maß zu finden. Wenn kein Schatten möglich ist, wie beim Kajakfahren auf dem Meer oder beim Höhenbergsteigen, kann Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50+ für die Nase und Ohren für eine gewisse Zeit ausnahmsweise als zusätzlicher Schutz verwendet werden.

2004 - gut gekleidet durch die Sinai-Wüste

Hier findest du alle wichtigen Infos zur Prävention und Behandlung von Hitzeschäden.

In meinen Outdoor-Erste-Hilfe Kursen bin ich immer wieder verwundert darüber, wie wenig selbst erfahren Waldläufer über zeckenübertragbare Erkrankungen wissen. Dabei sind Zecken die mit Abstand gefährlichsten Tiere in deutschen Wäldern und das, obwohl wir die größte Wolfsdichte weltweit bei uns haben. Der Klimawandel begünstigt steigende sommerliche Temperaturen, milde Winter und verstärkt Niederschläge und damit die Ausbreitung von Krankheitserregern und Zecken als deren Überträger. So sind neue Zeckenarten und Krankheitserreger nach Deutschland eingewandert. Nach wie vor sind die häufigsten durch Zecken übertragen Erkrankungen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose. Gegen FSME schützt eine Impfung. Das ist gut und wichtig, da die Viren direkt mit dem Biss der Zecke übertragen werden. Gegen Borreliose schützt regelmäßiges Absuchen des Körpers und Entfernen der Parasiten, da die Bakterien circa zwölf Stunden brauchen, um in ausreichender Anzahl übertragen zu werden, dass eine Infektion entsteht.

Weiterführende Informationen zu Zecken und entsprechenden Erkrankungen findest du hier

Das Wissen um Survival und Wildnis-Medizin wird in Zeiten des Klimawandels auch im Alltag eine immer größere Bedeutung erlangen. Sei vorbereitet!

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